Das Geheimnis der Erwählung
Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat! Ps 33,12
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Bibelstellen

2.Joh 1-13 Der Älteste an die auserwählte Frau und ihre Kinder, die ich in Wahrheit liebe, und nicht ich allein, sondern auch alle, welche die Wahrheit erkannt haben, 2 um der Wahrheit willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit. 3 Gnade, Barmherzigkeit und Friede sei mit euch von Gott, dem Vater, und von dem Herrn Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, in Wahrheit und Liebe!

4 Es freut mich sehr, dass ich unter deinen Kindern solche gefunden habe, die in der Wahrheit wandeln, wie wir ein Gebot empfangen haben von dem Vater. 5 Und nun bitte ich dich, Frau — nicht als ob ich dir ein neues Gebot schreiben würde, sondern dasjenige, welches wir von Anfang an gehabt haben —, dass wir einander lieben. 6 Und darin besteht die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln; dies ist das Gebot, wie ihr es von Anfang an gehört habt, dass ihr darin wandeln sollt.

7 Denn viele Verführer sind in die Welt hineingekommen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist — das ist der Verführer und der Antichrist. 8 Seht euch vor, dass wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen! 9 Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn. 10 Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmt nicht auf ins Haus und grüßt ihn nicht! 11 Denn wer ihn grüßt, macht sich seiner bösen Werke teilhaftig.

12 Ich hätte euch viel zu schreiben, will es aber nicht mit Papier und Tinte tun, sondern ich hoffe, zu euch zu kommen und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude völlig sei. 13 Es grüßen dich die Kinder deiner Schwester, der Auserwählten. Amen.

Joh 13,34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.

1.Joh 3,23 Und das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und einander lieben, nach dem Gebot, das er uns gegeben hat.

Joh 15,12 Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe.

Lehre/25 - 2.Joh 1+13 "auserwählte Frau / Schwester"

Wer ist diese "auserwählte Frau" bzw. Schwester im 2. Johannesbrief?

Man könnte meinen, dass es sich im 2.Johannes Brief um eine auserwählte Frau handelt, die auch eine auserwählte Schwester hat. Im Kontext sehen wir aber deutlich, dass es sich um einen Lehrbrief an eine Schwestergemeinde handelt und letztendlich auch ein Lehrbrief an die Gemeinde heute ist. Und wie wir in dieser Ausarbeitung gesehen haben, wurde die Gemeinde in Christus vor Grundlegung der Welt erwählt.

Folgende Hinweise gibt uns der Text im 2. Johannes Brief, dass es sich um eine Schwestergemeinde in Christus handelt:

  • Johannes stellt sich als Ältester, also als eine geistliche Autorität, vor. (V. 1)

  • Er spricht von der Wahrheit, die in "uns", also Johannes, der auserwählten Frau und deren Kindern bis in Ewigkeit bleibt. Es sind also alles gläubige Personen. (V. 2)

  • Dann formuliert er den Friedensgruß von Gott, dem Vater, und von dem Herrn Jesus Christus, der die Glaubensgrundlage für diesen Brief ist. (V. 3)

  • Unter den Kindern (Gottes) hat er welche gesehen wie sie in der Wahrheit wandeln. (V. 4)

  • Er erinnert sie an das Gebot, dass Jesus gegeben hat, einander zu lieben. (V. 5+6)

  • Er warnt sie vor Verführern und vor dem Antichrist, der leugnet, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. (V. 7)

  • Er sensibilisiert sie dafür aufzupassen, dass sie nicht das erarbeitete verlieren, sondern den vollen Lohn empfangen. (V. 8)

  • Er formuliert den Lehrsatz, dass jeder, der von der Lehre des Christus abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, Gott nicht hat; und wer in der Lehre des Christus bleibt, den Vater und den Sohn in sich hat. (V. 9)

  • Er schlussfolgert, dass wenn jemand zu ihnen kommt und nicht an diese grundlegende Lehre glaubt, der soll nicht in ihre Gemeinde aufgenommen werden, weil sie sich sonst mitschuldig machen. (V. 10+11)

  • Er schließt mit dem Wunsch sich lieber persönlich treffen zu wollen, weil er alles was er noch gerne erwähnen würde nicht schriftlich machen will. (V. 12)

  • Er grüßt von den Kindern Gottes der "auserwählten Schwestergemeinde" in der er wahrscheinlich Ältester ist. (V. 13)

Fazit

Wir sehen, dass es sich eher um eine Kurzbotschaft als um einen Brief an eine "auserwählte Frau" handelt. Letzteres würde auch viele Fragen aufwerfen, z.B. warum er die Frau und ihre Kinder liebt und warum er ihr so einen theologischen Brief schreibt.

Es ist viel mehr ein verschlüsselter Brief, weil er keinen einzigen Namen und keinen Ort enthält. Der Autor Johannes kannte die Schwestergemeinde wohl gut, weil er auch den Wandel der Gemeindeglieder beobachten konnte.

Die Kurzbotschaft umfasst alle wichtigen Punkte:

  • In der Einleitung finden wir den Glauben an die Wahrheit Gottes, des Vaters und des Herrn Jesus Christus.

  • Dann kommt eine Ermutigung wegen Ihres Zeugnisses und die Erinnerung einander zu lieben, wie Jesus es ihnen geboten hatte. (Joh 13,34; 1.Joh 3,23; Joh 15,12)

  • Es folgt die Kernbotschaft, dass sie das Erarbeitete nicht verlieren und sich vor Verführung und Irrlehre hüten sollen. In der Anwendung werden sie dazu aufgerufen, in der Lehre Christi zu bleiben und Menschen, die an eine Irrlehre glauben, nicht in die Gemeinde aufzunehmen.

  • Und schließlich beendet er den Brief mit einem Gruß der Glaubensgeschwister.

Interessant sind auch die parralelen zu seinen anderen Briefen:

Der 1. Johannesbrief hat ähnliche Inhalte wie der 2. Johannesbrief, allerdings in einer ganzen Predigtlänge. Die Predigt (Lehrbrief) ist allgemein gehalten und hat als Adressaten "Seine" Kinder, also jüngere im Glauben, während Er Johannes der Älteste ist.

Der 3. Johannesbrief hat auch ähnliche Inhalte wie der 2. Johannesbrief, und ist sogar ähnlich lang gehalten. Allerdings ist der Brief persönlich an Gajus geschrieben. Hier sieht man auch, dass weder Gajus noch Demetrius als "Auserwählte" bezeichnet werden, obwohl sie ein gutes Zeugnis haben und in der Wahrheit wandeln. Johannes hatte eigentlich zuerst der Gemeinde geschrieben, in der Gajus ein Mitarbeiter ist. (3.Joh 9) Aber Diotrephes hat Johannes nicht angenommen, weshalb Johannes ihm beim nächsten Treffen seine Werke vorhalten wollte. Also geplant war es auch diesen Brief an die "auserwählte Gemeinde" zu senden, wie auch schon den Lehrbrief an die Schwestergemeinde im 2. Johannesbrief.